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“Tulpen und Blumenstücke”

Ihre Blüte erlebte die Tulpe in den Blumengemälden der holländischen und flämischen Malerei im 17. Jahrhundert. Besonders von bürgerlichen Sammlern wurden diese dekorativen Gemälde sehr geschätzt. In der akademischen Malerei galt das Stilleben fast 200 Jahre als niederes Genre. Erst im 19. Jahrhundert bewirkten die Maler des Realismus und des Impressionismus eine Renaissance des Stillebens. Nun waren es gerade die zuvor kritisierten Eigenschaften, die Wirklichkeitsnähe, die dekorative Sinnlichkeit und der Mangel an moralischer Botschaft, die das Stilleben zu einer idealen Gattung machten. So schufen die Maler Courbet, Fantin-Latour, Manet, Monet oder Renoir zahlreiche beeindruckende und malerisch reizvolle Stilleben, in denen sie die lebendige und farbliche Vielfalt üppiger Blumensträuße oder das Spiel des Lichts auf dem Blattwerk darstellten. In Werken von van Gogh oder Cézanne wird das Stilleben schließlich um die Jahrhundertwende zu jener Gattung, in der sich die innere Harmonie und Autonomie des Bildes am deutlichsten ausdrücken lassen.